Besser üben am Instrument: 7 Bücher und Tools für mehr Fortschritt

Du übst regelmäßig, aber manche Stellen bleiben hartnäckig. Oder Du setzt Dich ans Instrument und weißt nicht recht, womit Du anfangen sollst. Vielleicht spielst Du viel – hast aber trotzdem das Gefühl, auf der Stelle zu treten.

Dann liegt das Problem oft nicht an zu wenig Übezeit.

Viel entscheidender ist die Frage:

Wie kann ich so üben, dass meine Zeit am Instrument tatsächlich etwas verändert?

Darauf gibt es unterschiedliche Antworten. Manche Musiker brauchen mehr Struktur. Andere suchen neue Methoden. Wieder andere möchten ihre Fortschritte besser erkennen oder mental sicherer werden.

Diese sieben Bücher und Hilfen setzen an verschiedenen Punkten an.

7 Empfehlungen für effektiveres Üben

PlatzEmpfehlungBesonders passend, wenn Du …Schwerpunkt
1Besser Üben – Das 1-Jahres-WorkbookDein Üben über längere Zeit strukturieren und Entwicklungen erkennen möchtestPlanung, Reflexion, Fortschritt
2Bart Spanhove: Das Üben lieben lernenfrische Ideen und mehr Abwechslung beim Üben suchstMotivation und vielfältige Methoden
3Gerhard Mantel: Einfach übeneinen großen Fundus unterschiedlicher Übeverfahren möchtestsystematische Übemethodik
4Renate Klöppel: Mentales Training für Musikeran innerer Vorstellung und Auftrittssicherheit arbeiten möchtestmentales Üben
5InstrumentiveNotizen, Übezeiten und Aufnahmen digital sammeln möchtestdigitales Tracking
6Besser Üben – Das Praxisbuchbei einem konkreten Problem eine neue Übemethode brauchstpraktische Lösungen
7Übetagebuch mit einem einfachen Notizbuchmöglichst frei und ohne feste Vorgaben dokumentieren möchtesteinfache Selbstreflexion

Die Reihenfolge ist keine objektive Bestenliste. Sie ordnet die Empfehlungen danach, wie unmittelbar sie typische Fragen erwachsener Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aufgreifen.

Zwei der Bücher stammen aus der Reihe Besser Üben. Sie sind in dieser Übersicht enthalten, weil sie genau für diese Fragestellungen entwickelt wurden. Dabei erfüllen beide unterschiedliche Aufgaben: Das Workbook begleitet den Übeprozess über längere Zeit, das Praxisbuch bietet Methoden für konkrete Situationen.


1. Besser Üben – Das 1-Jahres-Workbook

Zum Besser Üben – 1-Jahres-Workbook

Beim Üben lässt sich eine Zahl besonders einfach festhalten: die Zeit.

25 Minuten Geige.
40 Minuten Klavier.
Eine Stunde Saxophon.

Doch daraus lässt sich kaum ablesen, ob Du Deinem Ziel tatsächlich nähergekommen bist.

Vielleicht hast Du heute herausgefunden, warum ein Übergang nie zuverlässig funktioniert. Vielleicht hast Du eine neue Übemethode getestet. Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass Du immer wieder an derselben Stelle die Konzentration verlierst.

Solche Beobachtungen sind für die eigene Entwicklung häufig wertvoller als die reine Anzahl der Minuten.

Das Besser Üben – 1-Jahres-Workbook begleitet die eigene Übepraxis über 52 Wochen. Es verbindet Planung, kurze Notizen, Reflexion, Methodenimpulse und den Blick auf längerfristige Entwicklungen.

Dabei geht es nicht darum, jede Übeeinheit möglichst vollständig zu protokollieren. Interessanter ist die Frage, was Du aus Deiner eigenen Praxis lernen kannst.

Für wen eignet sich das Workbook?

Es passt besonders gut, wenn Du …

  • regelmäßig übst und Deine Entwicklung bewusster verfolgen möchtest,
  • Dir Ziele setzt, diese aber im Alltag manchmal aus den Augen verlierst,
  • verschiedene Methoden ausprobierst und herausfinden möchtest, welche Dir wirklich helfen,
  • Fortschritte nicht ausschließlich in Übeminuten messen möchtest.

Ein einfacher Versuch

Schreib nach Deiner nächsten Übeeinheit zwei Sätze auf:

Heute hat funktioniert: …

Beim nächsten Mal beginne ich mit: …

Nach einigen Wochen entsteht daraus oft ein erstaunlich klares Bild davon, wie Du eigentlich lernst.

Mehr dazu


2. Bart Spanhove: Das Üben lieben lernen

Zu „Das Üben lieben lernen“

Man kann sehr diszipliniert üben – und trotzdem irgendwann unaufmerksam werden.

Wenn jeden Tag derselbe Ablauf stattfindet, wird das Üben leicht zur Routine: Tonleitern, Stück eins, Stück zwei, schwierige Stelle noch dreimal, fertig.

Bart Spanhoves Das Üben lieben lernen setzt genau hier an. Das Buch stellt zahlreiche Übemethoden vor und zeigt, wie unterschiedliche Perspektiven wieder Bewegung in festgefahrene Abläufe bringen können.

Dabei geht es nicht nur um technische Effizienz. Auch Aufmerksamkeit, Motivation und Neugier spielen eine Rolle.

Für wen ist das interessant?

Für Musikerinnen und Musiker, die grundsätzlich wissen, wie man übt, deren tägliche Routine aber ein wenig zu vorhersehbar geworden ist.

Spannend ist das auch für Instrumentallehrkräfte, die nach neuen Zugängen für ihre Schülerinnen und Schüler suchen.

Probier es direkt

Spiele eine kurze Passage dreimal.

Beim ersten Mal konzentrierst Du Dich nur auf die Dynamik.

Beim zweiten Mal nur auf die Bewegung.

Beim dritten Mal nur auf die Phrasierung.

Danach spielst Du sie wieder ganz normal.

Was ist jetzt anders?


3. Gerhard Mantel: Einfach üben

Zu „Einfach üben“ bei Schott Music

Wer sich ausführlicher mit der Methodik des Übens beschäftigen möchte, kommt an Gerhard Mantel kaum vorbei.

Sein Buch Einfach üben – 185 unübliche Überezepte für Instrumentalisten versammelt eine große Zahl unterschiedlicher Verfahren.

Behandelt werden unter anderem Wiederholung, Tempo, Rhythmus, Bewegungen, Pausen, Fehler, Variation, Interpretation und mentale Prozesse.

Der große Wert liegt in der Vielfalt.

Denn eine Stelle, die rhythmisch unsicher ist, braucht eine andere Strategie als eine Passage, bei der die Bewegung nicht funktioniert. Und ein musikalisches Problem lässt sich selten dadurch lösen, dass man dieselbe Handlung lediglich häufiger wiederholt.

Passt besonders, wenn Du …

einen umfangreichen methodischen Werkzeugkasten suchst und gern systematischer über das Üben nachdenkst.

Die Fülle ist gleichzeitig die Stärke und die Herausforderung des Buches. Für eine sehr schnelle Antwort auf ein einzelnes Problem muss man erst den passenden Zugang finden.

Ein kleiner Methodenwechsel

Nimm eine schwierige Stelle und spiele sie nicht sofort erneut.

Verändere zunächst einen Parameter:

  • Rhythmus,
  • Tempo,
  • Artikulation,
  • Dynamik,
  • Bewegungsgröße.

Kehre danach zur ursprünglichen Version zurück.

Was hat sich verändert?


4. Renate Klöppel: Mentales Training für Musiker

Zu „Mentales Training für Musiker“

Ein Teil des Übens kann stattfinden, ohne dass ein Ton erklingt.

Beim mentalen Training werden Bewegungen, Klangvorstellungen oder musikalische Abläufe innerlich durchgespielt.

Renate Klöppels Mentales Training für Musiker beschäftigt sich sowohl mit solchen Übeformen als auch mit Situationen rund um Auftritte und Prüfungen.

Gerade bei gut bekannten Passagen kann mentales Üben aufschlussreich sein. Sobald das Instrument weggelegt wird, zeigt sich schnell, wie genau die innere Vorstellung tatsächlich ist.

Besonders passend, wenn Du …

  • auswendig spielst,
  • an Auftrittssicherheit arbeiten möchtest,
  • Deine Klangvorstellung verbessern willst,
  • auch unterwegs oder ohne Instrument sinnvoll weiterarbeiten möchtest.

Teste Deine innere Vorstellung

Nimm vier Takte eines vertrauten Stücks.

Schließ die Augen und stell Dir genau vor:

Wie beginnt der erste Ton?

Wie bewegt sich Deine Hand?

Wo liegt der Schwerpunkt der Phrase?

Wie klingt der letzte Ton?

Danach spielst Du die Stelle.

Unklare Vorstellungen werden häufig sofort hörbar.


5. Instrumentive: Üben digital organisieren

Zu Instrumentive

Wer seine Übepraxis lieber digital organisiert, kann statt Papier eine App verwenden.

Mit Instrumentive lassen sich unter anderem Übezeiten, Ziele, Notizen und Aufnahmen erfassen. Auch statistische Übersichten und ein Metronom gehören zum Funktionsumfang.

Das ist besonders praktisch, wenn das Smartphone ohnehin beim Üben verwendet wird.

Wann ist eine App sinnvoll?

Wenn Du gern Zahlen und Entwicklungen vergleichst, Aufnahmen sammeln möchtest oder einen schnellen Überblick über Deine Übegewohnheiten suchst.

Eine Statistik beantwortet jedoch nicht automatisch die entscheidende Frage.

20 Minuten Üben können sehr konzentriert sein.

Oder 20 Minuten Durchspielen.

Erst wenn Du die Zahlen interpretierst, werden sie musikalisch interessant.

Blick einmal nicht auf die Gesamtzeit

Sieh Dir nach einer Woche an:

Welche Aufgabe taucht fast jeden Tag auf?

Welche vermeidest Du?

Welche Einheit hat Dir besonders viel gebracht?

An welchen Tagen fällt Dir Konzentration leichter?

Genau daraus können neue Entscheidungen entstehen.


6. Besser Üben – Das Praxisbuch

Zum Besser-Üben-Praxisbuch

Manche Probleme brauchen keinen Jahresplan.

Manchmal brauchst Du einfach eine Idee für die nächsten fünf Minuten.

Genau dort setzt das Besser Üben – Praxisbuch an.

Es ist als Werkzeugbuch konzipiert. Du kannst deshalb bei einer konkreten Situation einsteigen:

Eine Stelle wird nicht sicher.

Eine Wiederholung bringt keine Verbesserung mehr.

Du hast wenig Zeit.

Du weißt nicht, ob das Problem im Rhythmus, in der Bewegung oder in der Vorbereitung liegt.

Das Buch arbeitet mit unterschiedlichen Methoden und Perspektiven, die direkt am Instrument ausprobiert werden können.

Besonders passend, wenn Du …

nicht grundsätzlich über Dein Üben nachdenken möchtest, sondern gerade eine konkrete Lösung brauchst.

Der Unterschied zum Workbook ist dabei wichtig:

Das Praxisbuch hilft Dir, eine Methode zu finden.

Das Workbook hilft Dir zu beobachten, was diese Methode über längere Zeit bewirkt.

Mach das Problem kleiner

Statt zu sagen:

„Diese Seite klappt nicht.“

formuliere so genau wie möglich:

„Beim Wechsel zwischen diesen beiden Akkorden muss meine Hand zu weit springen.“

Oder:

„Im zweiten Takt verliere ich beim Rhythmus die Orientierung.“

Je genauer das Problem, desto leichter die Methode.

Passende Inhalte


7. Das klassische Notizbuch als Übetagebuch

Ein gutes Übetagebuch muss kein spezielles Produkt sein.

Ein einfaches Notizbuch kann reichen.

Der Vorteil: Du entscheidest selbst, was Du festhalten möchtest.

Der Nachteil: Ein leeres Blatt gibt Dir keinerlei Orientierung.

Wenn Du also ohnehin weißt, welche Fragen für Dich wichtig sind, ist das wunderbar. Wenn Du dagegen immer nur Datum und Dauer notierst, bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Drei Fragen genügen

Nach Deiner nächsten Einheit kannst Du notieren:

Was war heute besser als gestern?

Wo hängt es noch?

Was mache ich beim nächsten Mal zuerst?

Das dauert kaum eine Minute und verändert trotzdem den Blick auf die nächste Übeeinheit.


Welche Hilfe passt zu welchem Problem?

Wenn Du Dich fragst …Dann könnte passen
Wie kann ich meine Fortschritte über längere Zeit erkennen?Besser Üben – 1-Jahres-Workbook
Wie bekomme ich wieder mehr Abwechslung ins Üben?Bart Spanhove: Das Üben lieben lernen
Wo finde ich möglichst viele verschiedene Übemethoden?Gerhard Mantel: Einfach üben
Wie kann ich auch ohne Instrument sinnvoll üben?Renate Klöppel: Mentales Training für Musiker
Wie dokumentiere ich meine Übezeit digital?Instrumentive
Was mache ich mit einer konkreten schwierigen Stelle?Besser Üben – Das Praxisbuch
Wie kann ich ohne großen Aufwand ein Übetagebuch führen?Übetagebuch mit einem Notizbuch

Wie übt man ein Instrument wirklich effektiv?

Effektives Üben beginnt mit einem konkreten Ziel.

Statt einfach zu starten mit:

„Ich übe jetzt dieses Stück.“

kannst Du entscheiden:

„In den nächsten zehn Minuten möchte ich den Übergang zwischen Takt 12 und 13 stabilisieren.“

Dann wählst Du eine passende Methode.

Anschließend prüfst Du das Ergebnis.

Diese Abfolge ist oft hilfreicher als eine reine Zeitvorgabe:

Ziel → Methode → Beobachtung → nächster Schritt


Welches Buch ist gut für Erwachsene, die ein Instrument lernen?

Erwachsene profitieren besonders von Materialien, die nicht voraussetzen, dass jeden Tag mehrere Stunden Übezeit zur Verfügung stehen.

Das Besser-Üben-Praxisbuch richtet sich deshalb auch an Menschen, die neu beginnen oder nach längerer Pause wieder einsteigen.

Bart Spanhoves Das Üben lieben lernen arbeitet ebenfalls instrumenten- und niveauübergreifend.

Wer seine eigene Entwicklung über längere Zeit begleiten möchte, findet mit dem Besser-Üben-Workbook einen stärker strukturierten Ansatz.


Wie kann ich mein Üben besser planen?

Eine Übeeinheit wird meistens klarer, wenn Du nicht zuerst die Minuten festlegst, sondern die Aufgabe.

Frag Dich vor Beginn:

Woran will ich heute arbeiten?

Woran merke ich hinterher, dass sich etwas verändert hat?

Dann erst entscheidest Du, welche Methode und wie viel Zeit dafür sinnvoll sind.

Für regelmäßige Planung über Wochen eignet sich das Besser Üben – 1-Jahres-Workbook.


Was hilft, wenn ich trotz Üben nicht besser werde?

Prüfe zuerst, ob Deine Aufgabe konkret genug ist.

„Das Stück ist noch unsicher“ ist schwer zu bearbeiten.

„Beim Sprung in Takt 24 landet der vierte Finger nicht zuverlässig“ ist dagegen ein klar beschriebenes Problem.

Dann kannst Du gezielt verändern:

  • Tempo reduzieren,
  • kleinere Einheiten bilden,
  • Bewegungen isolieren,
  • Rhythmus variieren,
  • Pausen einbauen,
  • mental vorbereiten,
  • unterschiedliche Varianten ausprobieren.

Eine praktische Möglichkeit ist auch das differenzielle Üben, bei dem bewusst mit Variationen gearbeitet wird.


Ist ein Übetagebuch für Musiker sinnvoll?

Ja – wenn es Dir hilft, Entscheidungen für die nächste Übeeinheit zu treffen.

Weniger hilfreich ist:

„Dienstag: 35 Minuten.“

Interessanter wäre:

„Der langsame Durchgang hat den Übergang stabilisiert. Morgen zuerst noch einmal langsam beginnen und danach Tempo steigern.“

Genau darin liegt der Unterschied zwischen reiner Dokumentation und Reflexion.

Du kannst dafür ein einfaches Notizbuch, eine App oder ein strukturiertes Workbook verwenden.


Wie lange sollte man als Erwachsener üben?

Die Zahl allein sagt wenig aus.

Zehn konzentrierte Minuten an einer gut gewählten Aufgabe können mehr verändern als 45 Minuten, in denen ein Stück überwiegend von vorne bis hinten gespielt wird.

Die sinnvollere Frage lautet deshalb:

Was möchtest Du in dieser Zeit erreichen?

Eine kurze Einheit mit einem klaren Ziel kann vollkommen ausreichend sein.


Welches Buch zum Thema Üben ist das beste?

Das hängt davon ab, wonach Du suchst.

Für einen großen methodischen Fundus ist Gerhard Mantels „Einfach üben“ interessant.

Wer neue Perspektiven und mehr Abwechslung sucht, kann bei Bart Spanhove fündig werden.

Für mentales Training bietet Renate Klöppel einen spezialisierten Zugang.

Das Besser-Üben-Praxisbuch ist stärker auf unmittelbar einsetzbare Methoden für konkrete Übeprobleme ausgerichtet.

Das 1-Jahres-Workbook begleitet dagegen Planung, Beobachtung und Entwicklung über einen längeren Zeitraum.


Besser üben heißt genauer hinsehen

Beim Instrumentlernen entstehen Fortschritte oft unspektakulär.

Ein Griff sitzt plötzlich sicher.

Ein Übergang fühlt sich leichter an.

Du hörst eine Ungenauigkeit früher.

Du brauchst weniger Versuche.

Eine schwierige Passage verliert ihren Schrecken.

Solche Veränderungen fallen leicht unter den Tisch, wenn der Blick nur auf der Übedauer liegt.

Deshalb lohnt sich vor der nächsten Einheit eine einfache Frage:

Was genau möchte ich heute verändern?

Wenn Du darauf eine klare Antwort findest, wird meist auch die Wahl der passenden Übemethode leichter.

Weitere Hilfen zum effektiven Üben

Auf besserueben.com findest Du weitere Übemethoden und praktische Impulse.

Für einen schnellen Einstieg gibt es die kostenlose Besser-Üben-Checkliste.

Das Besser-Üben-Praxisbuch liefert Methoden für konkrete Situationen am Instrument.

Das Besser Üben – 1-Jahres-Workbook begleitet Deine Übepraxis über 52 Wochen.

Stand der Auswahl: August 2026.

Konzerte mit D’Ané in Stuttgart und der Region – unsere Termine 2026/27

Saves the dates - Konzerte 2026/2027

Wer Kammermusik, Klarinette und Akkordeon, Tango, klassische Musik und ungewöhnliche Konzertformate mag, kann D’Ané in den kommenden Monaten an verschiedenen Orten in Stuttgart und der Region Stuttgart live erleben.

Los geht es am 13. September 2026 in Stuttgart-Rot mit unserem CD-Release-Konzert „deeper insight – Klangspuren im Leben“ in der Auferstehungskirche. Unser Programm führt von Vivaldi und Boulanger bis Piazzolla und verbindet klassische Werke mit neuen Arrangements und sehr unterschiedlichen musikalischen Klangwelten.

Am 16. Oktober 2026 in Remseck folgt die Konzertlesung „Liebe in einer kleinen Stadt“ nach Ivo Andrić. Die gleichnamige Geschichte erzählt von Liebe, Vorurteilen und gesellschaftlichen Grenzen. Die Konzertlesung verbindet Andrićs Geschichte mit dem Remseck von heute und schlägt den Bogen zu Fragen, die unser Zusammenleben bis heute prägen.

Weitere Termine führen uns im November nach Benningen, wo wir am 22. November einen Gottesdienst musikalisch umrahmen, und am 27. November in die Galerie InterArt in Stuttgart. Dort begleiten wir die Vernissage der Ausstellung von Daniela Reiner-Harbach und Georgios Nassos musikalisch.

Am 26. Dezember 2026 sind wir mit unserer Konzertlesung „Was wäre, wenn Weihnachten …?“ in der Evangelischen Kirche Ilsfeld zu Gast: Musik, Texte und Gedanken über Begegnung, Mitmenschlichkeit und die Frage, was von Weihnachten bleibt, wenn der ganze Trubel vorbei ist.

Im Frühjahr 2027 geht unser Konzertprogramm „deeper insight – Klangspuren im Leben“ weiter auf Reisen:
11. April 2027 · Bad Wildbad · Gastspiel
18. April 2027 · Markuskirche Stuttgart · Gastspiel

Wir freuen uns auf sehr unterschiedliche Konzertorte, auf Musik zwischen Klassik, Moderne und Tango – und vor allem auf viele Begegnungen.

Also schon einmal die Termine vormerken.
Genaue Uhrzeiten, Programme und weitere Informationen veröffentlichen wir rechtzeitig auf duoane.com und über unsere Kanäle.

Die 6 besten Pitch- und Präsentationstrainings im Vergleich – für Start-ups, Gründer:innen und Führungskräfte

Manche Menschen wirken auf einer Bühne sofort selbstverständlich. Andere haben ausgezeichnete Inhalte und merken trotzdem, dass ihre Präsentation beim Publikum weniger auslöst, als sie erwartet haben. Und manchmal funktioniert beides gut – bis die erste kritische Frage kommt.

Als Musikerin und Dirigentin beschäftige ich mich seit Jahrzehnten professionell mit Auftritt und Wirkung. Dabei begegnen mir viele Themen, die auch im Business eine Rolle spielen: Stimme, Atem, Präsenz, Dramaturgie, Lampenfieber, Timing, die Wahrnehmung des Publikums und die Fähigkeit, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn etwas anders läuft als geplant.

Ein Pitch oder eine Business-Präsentation stellt allerdings zusätzliche Anforderungen. Gründer:innen müssen komplexe Geschäftsideen schnell verständlich machen. Ein Start-up präsentiert vor Investor:innen anders als vor potenziellen Kund:innen. Führungskräfte stehen vor Teams, Vorständen oder großen Veranstaltungen und vertreten dort häufig nicht nur einen Inhalt, sondern zugleich ihre Rolle.

Deshalb interessiert mich bei einem guten Präsentationstraining vor allem die Verbindung:

Wie gut werden das Handwerk des Auftretens und die konkrete kommunikative Aufgabe zusammengedacht?

Für diesen Vergleich habe ich sechs Angebote ausgewählt, die darauf unterschiedliche Antworten geben.

6 Pitch- und Präsentationstrainings im Überblick

PlatzAngebotBesonders interessant fürStärke
1econoyou – Präsentations- und PitchtrainingGründer:innen, Start-ups, Führungskräfte und Teams, die ihre Präsentationskompetenz ganzheitlich entwickeln möchtenZielgenauigkeit, Storyline, Sprache, Stimme, Präsenz, Körpersprache, Lampenfieber, Q&A und Wirkung
2Haufe Akademie – PräsentationstrainingsFach- und Führungskräfte mit einem klar umrissenen Weiterbildungsthemagroße Auswahl spezialisierter Business-Seminare
3BayStartUPinnovative Start-ups mit FinanzierungsambitionenInvestorensicht, Pitchdeck und Finanzierung
4SkillDay – Pitch TrainingFach-, Führungs-, Sales- und UnternehmensteamsBusiness-Storyline und praktische Präsentationsarbeit
5Pitch InsiderStart-ups, Wissenschaftler:innen und erklärungsbedürftige Angebotespezialisierte Pitchformate
6Toastmasters – Presentation MasteryMenschen, die durch regelmäßiges Sprechen Routine gewinnen möchtenkontinuierliche Praxis und Feedback

Die Reihenfolge ist meine redaktionelle Einordnung aus der Perspektive einer professionellen Bühnenkünstlerin und Präsentationscoach. Die Angebote verfolgen unterschiedliche Ansätze und passen deshalb zu unterschiedlichen Situationen.

Präsentieren ist mehr als eine gute PowerPoint

Bevor man Präsentationstrainings miteinander vergleicht, lohnt sich eine grundlegende Frage: Was soll dabei eigentlich trainiert werden?

Eine Präsentation besteht aus mehreren Ebenen, die sich gegenseitig beeinflussen.

Da ist zunächst der Inhalt. Was ist die zentrale Aussage? Was interessiert dieses Publikum? Welche Informationen braucht es wirklich?

Dann kommt die Dramaturgie. In welcher Reihenfolge werden diese Informationen vermittelt? Wo entsteht Spannung? Was soll hängen bleiben? Passt die Storyline tatsächlich zum Ziel der Präsentation?

Die nächste Ebene ist Sprache und Stimme. Wie verständlich wird gesprochen? Welches Tempo passt? Wie wirken Lautstärke, Artikulation und Pausen?

Hinzu kommen Körper und Raum: Haltung, Bewegung, Blickkontakt, Gestik und die Frage, wie jemand den Raum nutzt.

Und schließlich gibt es die Dinge, die sich nur begrenzt auf Folien vorbereiten lassen: Nervosität, Lampenfieber, unerwartete Fragen, ein technisches Problem oder ein Publikum, das anders reagiert als erwartet.

Bei einem Pitch kommt zusätzlich die Zielgenauigkeit hinzu. Ein Investor braucht andere Informationen als ein Kunde. Eine Jury bewertet nach anderen Kriterien als ein Vorstand. Eine Präsentation wird deshalb überzeugender, wenn Inhalt, Storyline und Auftritt genau zu Publikum, Situation und Ziel passen.

Genau an diesen Punkten unterscheiden sich die folgenden Angebote.


1. econoyou: Präsentieren als ganzheitliche Kompetenz

Zum Präsentations- und Pitchtraining von econoyou

Bei econoyou wird Präsentieren als Zusammenspiel verschiedener Fähigkeiten verstanden. Das Training setzt deshalb weder ausschließlich bei Folien und Storyline noch ausschließlich bei Stimme und Körpersprache an.

Zu den möglichen Themen gehören die genaue Analyse von Audienz und Präsentationsziel, Auswahl und Gewichtung der Inhalte, Dramaturgie und Storyline, geeignete Präsentationsmedien, persönlicher Präsentationsstil, Sprache, Stimme und Körpersprache. Hinzu kommen Q&A, souveräner Umgang mit kritischen Fragen und bei Teams die gemeinsame Performance. Inhalt und Format werden auf Situation, Herausforderungen und Bedürfnisse der Teilnehmenden abgestimmt.

Das macht den Ansatz für diesen Vergleich besonders interessant.

Von der Botschaft bis zur Wirkung im Raum

Eine Präsentation kann an sehr unterschiedlichen Stellen an Wirkung verlieren.

Vielleicht steckt zu viel Inhalt darin und die zentrale Aussage verschwindet. Vielleicht ist die Storyline spannend, passt aber kaum zum tatsächlichen Ziel des Vortrags. Vielleicht sprechen Folien und Vortrag zwei verschiedene Sprachen. Oder jemand kennt sein Thema hervorragend und wird unter Anspannung so schnell, dass das Publikum kaum folgen kann.

Deshalb beginnt gute Präsentationsarbeit aus meiner Sicht mit einer Standortbestimmung:

Was soll beim Publikum ankommen? Was passiert derzeit tatsächlich? Und wo liegt die größte Differenz zwischen beidem?

Von dort aus können ganz unterschiedliche Werkzeuge relevant werden.

Zielgenauigkeit und Storyline-Fit

Ein zentraler Punkt ist die Passung zwischen Ziel, Publikum, Inhalt und Dramaturgie.

Eine Gründerin kann dieselbe Geschäftsidee vor Investor:innen, Kund:innen und einer Förderjury präsentieren – und braucht dafür drei unterschiedliche Geschichten.

Vor Investor:innen stehen möglicherweise Markt, Skalierbarkeit, Team und Geschäftsmodell im Vordergrund. Ein potenzieller Kunde möchte viel schneller wissen, welches konkrete Problem gelöst wird. Eine Jury arbeitet vielleicht mit einem festgelegten Kriterienkatalog.

Eine gute Storyline ist deshalb nicht einfach eine schöne Geschichte. Sie ist eine Struktur, die das Publikum zu genau dem Gedanken führt, der für diese Situation relevant ist.

econoyou arbeitet ausdrücklich mit dieser Verbindung aus Audienz, Pitchziel, Inhalt und Dramaturgie. Auch der eigene Storytelling-Kurs behandelt verschiedene dramaturgische Ansätze und die Anpassung von Geschichten an Zielgruppe und Bedarf.

Sprache und Stimme

Die gleiche Formulierung kann völlig unterschiedlich wirken, je nachdem, wie sie gesprochen wird.

Tempo, Artikulation, Lautstärke, Melodie und Pausen beeinflussen Verständlichkeit und Wirkung. Gleichzeitig verändert Anspannung oft genau diese Parameter. Manche Menschen werden schneller, andere leiser, einige sprechen höher oder verlieren den Kontakt zur eigenen Atmung.

Hier kommt meine die Bühnenpraxis ins Spiel. Als Musikerin und Dirigentin arbeite ich seit Jahrzehnten professionell mit Atem, Präsenz, Auftritt und der Regulation von Anspannung. Im Coaching verbinde ich Atemtechnik, Körperwahrnehmung und mentale Regulation mit konkreten Auftrittssituationen.

Dabei geht es weniger darum, eine bestimmte „Trainer-Stimme“ zu erlernen. Ziel ist eine Stimme, die zur eigenen Person passt, belastbar bleibt und den Inhalt unterstützt.

Körpersprache und Wirkung im Raum

Präsenz entsteht auch körperlich.

Wie betritt jemand einen Raum? Wo steht die Person? Wie bewegt sie sich? Wohin geht der Blick? Was machen die Hände? Und welche Veränderungen treten auf, sobald Nervosität ins Spiel kommt?

Solche Fragen sind aus der Bühnenarbeit vertraut. Dort wird schnell spürbar, dass Präsenz etwas anderes ist als möglichst große Gestik.

Ein ruhiger Mensch kann einen Raum ausgesprochen stark halten. Eine sehr bewegte Präsentation kann ebenso gut funktionieren. Entscheidend ist, ob Körper, Stimme und Inhalt zusammenpassen und ob die Aufmerksamkeit tatsächlich beim Publikum bleibt.

Lampenfieber und Auftrittssicherheit

Lampenfieber gehört für viele Menschen zum Präsentieren.

Das Ziel muss dabei keineswegs sein, jede Nervosität zu beseitigen. Ein gewisses Aktivierungsniveau kann Konzentration und Energie sogar unterstützen. Interessant wird vielmehr die Frage, wie jemand mit der körperlichen Reaktion umgehen kann.

Die Arbeit von econoyou umfasst hierfür Atemtechnik, Körperwahrnehmung und mentale Regulation. Der Schwerpunkt liegt darauf, Stressreaktionen besser zu verstehen und in Auftrittssituationen handlungsfähig zu bleiben. (econoyou)

Das ist eine Fähigkeit, die sich weit über einen einzelnen Pitch hinaus nutzen lässt.

Q&A: Präsentieren beginnt manchmal erst nach der letzten Folie

Ein vorbereiteter Vortrag lässt sich proben. Das anschließende Q&A lässt sich nur vorbereiten.

Gerade deshalb zeigt sich dort häufig, wie sicher jemand tatsächlich mit dem eigenen Thema und der Situation umgehen kann.

Welche Fragen sind wahrscheinlich? Welche davon lösen Stress aus? Wie lässt sich eine komplexe Antwort strukturieren? Was passiert, wenn die Antwort gerade unbekannt ist? Und wie bleibt eine Führungskraft oder ein Gründerteam auch bei einer kritischen Nachfrage souverän?

Die Vorbereitung auf Q&A-Situationen gehört bei econoyou ausdrücklich zum 360°-Ansatz. (econoyou)

Zwei Perspektiven, die sich ergänzen

Hinter econoyou stehen mit Vera Lyko und mir, Janina Rüger-Aamot, zwei unterschiedliche professionelle Blickwinkel.

Vera Lyko bringt Unternehmensstrategie, Geschäftsmodellentwicklung, Business Development und systemisches Coaching ein. Dadurch kann bei Gründer:innen und Start-ups auch die Frage gestellt werden, ob die Präsentation unternehmerisch schlüssig ist und ob das, was vermittelt werden soll, tatsächlich zum Geschäftsmodell und zur Zielgruppe passt.

Ich bringe die professionelle Bühnenperspektive mit: Atem, Stimme, Dramaturgie, Präsenz, Lampenfieber, Körper und die unmittelbare Wirkung im Raum.

Für einen Pitch oder eine anspruchsvolle Business-Präsentation greifen diese Ebenen ineinander. Ein guter Auftritt braucht Substanz, und ein guter Inhalt braucht eine Form, in der Menschen ihn aufnehmen können.

Für wen passt econoyou?

Der Ansatz eignet sich besonders für Gründer:innen, Start-ups, Führungskräfte und Teams, die Präsentieren grundsätzlich oder in ausgewählten Bereichen weiterentwickeln möchten.

Das kann bedeuten, an Storyline und Zielgenauigkeit zu arbeiten, Stimme und Präsenz zu trainieren, Sicherheit im Q&A aufzubauen oder Lampenfieber besser zu regulieren. Ebenso kann ein gesamter Pitch oder Präsentationsprozess betrachtet werden.

Der konkrete Auftritt kann dabei ein hervorragendes Trainingsfeld sein. Das eigentliche Ziel liegt jedoch darüber hinaus: Werkzeuge und Kompetenzen aufzubauen, die bei zukünftigen Präsentationen immer wieder eingesetzt werden können.

Wer dagegen ein standardisiertes Seminar zu einem eng umrissenen Thema sucht, findet bei der Haufe Akademie eine größere Auswahl fester Formate. Für ein Start-up mitten in einer konkreten Finanzierungsrunde bringt BayStartUP zusätzlich unmittelbare Investorenerfahrung und Zugang zum Finanzierungssystem mit.

Zum Präsentations- und Pitchtraining von econoyou

Zum Präsentations- und Mikrofoncoaching


2. Haufe Akademie: spezialisierte Trainings für konkrete Business-Kompetenzen

Zu den Präsentationstrainings der Haufe Akademie

Bei der Haufe Akademie liegt die Stärke vor allem in der Breite des Angebots. Wer bereits ziemlich genau weiß, woran er oder sie arbeiten möchte, findet unterschiedliche Trainings rund um Präsentation, Argumentation, Auftritt und Visualisierung.

Das ist beispielsweise für Führungskräfte interessant, die ein klassisches Weiterbildungsformat suchen. Je nach Seminar können Rhetorik, Argumentation, Körpersprache oder der Umgang mit herausfordernden Situationen im Mittelpunkt stehen.

Dieser modulare Ansatz unterscheidet sich deutlich von einem ganzheitlich angelegten individuellen Coaching. Man wählt das Thema, das zur eigenen Entwicklungsaufgabe passt, und besucht ein dafür konzipiertes Seminar.

Für Personalentwicklung und Unternehmen ist das praktisch, weil sich Weiterbildungsbedarfe gut bestimmten Angeboten zuordnen lassen.

Wer seine gesamte Präsentationswirkung analysieren und herausfinden möchte, welche Faktoren individuell den größten Unterschied machen, profitiert stärker von einem offenen Coachingansatz.


3. BayStartUP: wenn ein Start-up für Investor:innen überzeugend werden muss

Zu BayStartUP

BayStartUP betrachtet Präsentationen aus einem sehr spezifischen Blickwinkel: dem der Start-up-Finanzierung.

Und genau deshalb gehört der Anbieter in diese Auswahl.

Wer vor Investor:innen pitcht, braucht mehr als eine gute Bühnenperformance. Geschäftsmodell, Markt, Finanzplanung und Kapitalbedarf müssen zusammenpassen. Gleichzeitig muss das Team zeigen, dass es sein Unternehmen verstanden hat und kritische Fragen belastbar beantworten kann.

BayStartUP begleitet Start-ups bei der Kapitalsuche und arbeitet unter anderem an Pitchdeck, Businessplan und Finanzplan. Die Teams werden mit einer klaren Investorenperspektive auf Gespräche mit Kapitalgeber:innen vorbereitet.

Für innovative und wachstumsorientierte Start-ups unmittelbar vor einer Finanzierungsrunde ist dieser Kontext ausgesprochen wertvoll.

Wer dagegen Stimme, Lampenfieber, Körpersprache oder die eigene Präsentationskompetenz systematischer entwickeln möchte, findet bei anderen Anbietern mehr Tiefe auf diesen Ebenen.

BayStartUP ist deshalb gerade durch seine Spezialisierung interessant.


4. SkillDay: Business-Präsentationen strukturiert trainieren

Zum Pitch Training von SkillDay

SkillDay verbindet Zielgruppenanalyse, Kernaussage, Storyline und Präsentationsstruktur mit praktischer Präsentationsarbeit.

Das Angebot richtet sich unter anderem an Fach- und Führungskräfte sowie Sales- und Marketingteams. Die Teilnehmenden arbeiten an eigenen Themen und erhalten Feedback auf Struktur und Auftreten.

Diesen Ansatz finde ich aus einem einfachen Grund sinnvoll: Eine Präsentation verändert sich in dem Moment, in dem sie laut gesprochen wird.

Auf einer Folie wirkt ein Satz möglicherweise vollkommen logisch. Beim Sprechen merkt man plötzlich, dass er zu lang ist oder dass zwischen zwei Gedanken ein Übergang fehlt. Auch das Timing lässt sich erst realistisch einschätzen, wenn die Präsentation tatsächlich stattfindet.

Für Unternehmen, die Präsentationskompetenz in Teams trainieren möchten, ist SkillDay deshalb ein plausibles Angebot.

Wer sehr individuell an Atem, Stimme, Lampenfieber oder tiefergehender persönlicher Präsenz arbeiten möchte, sollte prüfen, wie stark diese Themen im gewählten Format vertreten sind.


5. Pitch Insider: wenn komplexe Inhalte schnell verständlich werden müssen

Zu Pitch Insider

Pitch Insider bietet verschiedene spezialisierte Formate wie Elevator Pitch, Investor Pitch, Story Pitch und Sales Pitch.

Besonders interessant ist der Bezug zu Wissenschaft und erklärungsbedürftigen Technologien. Gerade dort entsteht beim Präsentieren häufig ein spezielles Problem: Die Person auf der Bühne kennt ihr Thema hervorragend und verfügt über viel mehr Wissen, als in drei oder fünf Minuten vermittelt werden kann.

Die Kunst besteht dann darin, den richtigen Ausschnitt auszuwählen.

Welche Information braucht dieses Publikum wirklich? Welche Details können später kommen? Was ist der eine Gedanke, der am Ende verstanden werden soll?

Für wissenschaftsnahe Start-ups, Forschungsprojekte oder komplexe Technologien kann ein darauf spezialisiertes Pitchtraining sehr wertvoll sein.


6. Toastmasters: Präsentationssicherheit durch regelmäßige Praxis

Zu Presentation Mastery bei Toastmasters

Toastmasters folgt einer vollkommen anderen Logik als die übrigen Angebote.

Hier geht es weniger um ein klassisches Coaching und stärker um kontinuierliche Praxis. Mitglieder halten regelmäßig Reden, erhalten Rückmeldung und lernen über längere Zeit, wie es sich anfühlt, tatsächlich vor Menschen zu sprechen.

Genau diese Wiederholung ist wertvoll.

Ein großer Teil von Präsentationssicherheit entsteht durch Erfahrung. Irgendwann hat man erlebt, dass man einen Satz vergessen und trotzdem weitersprechen kann. Man kennt das Gefühl, wenn zehn oder hundert Menschen einen ansehen. Und der eigene Körper beginnt zu verstehen, dass diese Situation bewältigbar ist.

Toastmasters ist deshalb eine gute Ergänzung für Menschen, die langfristig mehr Routine entwickeln möchten.

Für eine detaillierte Arbeit an Storyline, individueller Wirkung oder einer spezifischen Business-Situation ist ein gezieltes Coaching die sinnvollere Ergänzung.


Welches Präsentations- oder Pitchtraining passt zu welcher Situation?

Du möchtest …Passender Einstieg
Präsentationskompetenz ganzheitlich entwickeln – von Ziel und Storyline über Sprache und Stimme bis Präsenz, Lampenfieber und Q&Aeconoyou
als Fach- oder Führungskraft ein Seminar zu einem klar definierten Präsentationsthema besuchenHaufe Akademie
als Start-up eine konkrete Finanzierungsrunde und Investorengespräche vorbereitenBayStartUP
Präsentations- und Pitchkompetenz in einem Unternehmensteam trainierenSkillDay
einen wissenschaftlichen oder technisch komplexen Inhalt auf einen klaren Pitch verdichtenPitch Insider
durch regelmäßiges Sprechen langfristig mehr Routine vor Publikum gewinnenToastmasters

Welche Fähigkeiten gehören zu gutem Präsentieren?

Für mich lassen sie sich in fünf Bereiche einteilen.

Ziel und Publikum: Wer sitzt vor mir, was interessiert diese Menschen und was soll nach der Präsentation passieren?

Inhalt und Dramaturgie: Welche Botschaft ist zentral, was kann weg und welche Reihenfolge hilft dem Publikum beim Verstehen?

Sprache und Stimme: Wie spreche ich verständlich, lebendig und so, dass meine Stimme auch unter Anspannung belastbar bleibt?

Körper und Präsenz: Wie stehe und bewege ich mich, wie nutze ich Blick und Raum und wie entsteht eine körperlich stimmige Wirkung?

Interaktion und Flexibilität: Wie reagiere ich auf Fragen, Widerstand, Lampenfieber und unerwartete Situationen?

Ein Präsentationstraining wird besonders interessant, wenn diese Bereiche miteinander verbunden werden. Genau dann lässt sich oft erkennen, dass ein vermeintliches Körperspracheproblem eigentlich aus einer unsicheren Storyline stammt – oder dass das zu hohe Sprechtempo weniger mit Disziplin als mit Atmung und Anspannung zu tun hat.


Was kann professionelle Bühnenpraxis für Business-Präsentationen leisten?

Bühnenpraxis liefert einen großen Werkzeugkasten.

Professionelle Künstler:innen beschäftigen sich kontinuierlich mit Präsenz, Timing, Atem, Konzentration, Dramaturgie und der Frage, was im Moment des Auftritts beim Publikum passiert.

Besonders wertvoll finde ich dabei die Erfahrung, dass ein Auftritt gleichzeitig sehr gut vorbereitet und trotzdem lebendig sein kann.

Die Struktur sitzt. Der Anfang ist klar. Schwierige Stellen wurden geprobt. Gleichzeitig bleibt Aufmerksamkeit für den Raum und die Menschen darin.

Genau diese vorbereitete Flexibilität ist auch im Business hilfreich.

Eine Führungskraft kann ihren Vortrag hervorragend vorbereitet haben und trotzdem auf die Stimmung im Raum reagieren. Ein Gründer kann seine Kernbotschaft sicher beherrschen und im Q&A offen denken. Eine Präsentation kann einen klaren Aufbau haben und dennoch wie ein tatsächliches Gespräch mit dem Publikum wirken.

Bühnenhandwerk wird dort besonders wertvoll, wo es auf die konkrete Business-Situation übertragen wird.


Was braucht ein Start-up-Pitch zusätzlich?

Ein überzeugendes Geschäftsmodell und Zielgenauigkeit.

Start-ups pitchen häufig vor sehr unterschiedlichen Gruppen: Investor:innen, potenziellen Kund:innen, Förderjurys, Partnerunternehmen oder zukünftigen Mitarbeitenden.

Jedes dieser Publikum hat andere Interessen.

Genau deshalb sollte eine Storyline nicht einmal geschrieben und anschließend überall identisch eingesetzt werden. Die Kernidee bleibt gleich, die Gewichtung verändert sich.

Bei einem Investor-Pitch können Markt, Wachstum, Geschäftsmodell und Team stärker in den Vordergrund rücken. Im Kundengespräch interessiert viel schneller der konkrete Nutzen. Eine Förderjury möchte erkennen können, weshalb das Vorhaben zu ihren Kriterien passt.

Für Gründer:innen ist deshalb gerade die Verbindung aus unternehmerischer Klarheit, Storyline-Fit und Auftrittskompetenz wichtig.


Was brauchen Führungskräfte?

Bei Führungskräften kommt zur Präsentationskompetenz eine weitere Ebene hinzu: Rollenwirkung.

Wenn eine Führungskraft eine neue Strategie präsentiert, hören Mitarbeitende nicht ausschließlich auf die Argumente. Sie beobachten, wie sicher die Person selbst damit wirkt, wie sie auf Widerstand reagiert und ob ihre Körpersprache zur Botschaft passt.

Das bedeutet keineswegs, dass Führungskräfte möglichst souverän „spielen“ sollten. Gerade hier wirkt Authentizität häufig stärker als eine aufgesetzte Präsentationstechnik.

Hilfreich sind deshalb Werkzeuge, mit denen Klarheit und Präsenz auch unter Druck erhalten bleiben: eine tragfähige Storyline, bewusste Atmung, eine belastbare Stimme, eine klare Haltung im Raum und Vorbereitung auf kritische Fragen.


Und was ist mit Lampenfieber?

Lampenfieber ist eine körperliche Reaktion auf eine als relevant empfundene Situation.

Das erklärt auch, warum die Aufforderung „Sei einfach ruhig“ selten besonders hilfreich ist.

Sinnvoller ist es, die eigene Reaktion kennenzulernen. Was passiert mit der Atmung? Wo entsteht Spannung? Wird das Sprechtempo schneller? Verändert sich die Stimme?

Wer diese Muster erkennt, kann gezielt damit arbeiten.

Atemtechnik, Warm-up, körperliche Regulation und eine gute inhaltliche Vorbereitung können gemeinsam viel bewirken. Das Ziel ist dabei weniger ein vollkommen emotionsloser Auftritt als die Fähigkeit, die vorhandene Energie zu nutzen und handlungsfähig zu bleiben.


Woran erkennt man ein gutes Präsentationstraining?

Ein gutes Training sollte aus meiner Sicht drei Dinge leisten.

Erstens sollte es zur tatsächlichen Situation passen. Ein Investor-Pitch, eine Vorstandspräsentation und eine Keynote sind verschiedene Aufgaben.

Zweitens braucht Präsentationstraining Praxis. Man muss sprechen, ausprobieren, beobachten und noch einmal versuchen können.

Und drittens sollte Feedback konkret sein. „Mehr Selbstbewusstsein“ ist kaum trainierbar. „Du atmest vor dem ersten Satz kaum aus und beschleunigst dadurch sofort“ gibt dagegen einen Ansatzpunkt.

Je genauer ein Training zwischen Inhalt, Stimme, Körper, Dramaturgie und Situation unterscheiden kann, desto hilfreicher wird es.


Fazit: Gute Präsentationen entstehen aus dem Zusammenspiel

Nach vielen Jahren auf Bühnen finde ich vor allem eines bemerkenswert: Wirkung entsteht selten durch einen einzelnen Trick.

Sie entsteht aus vielen Dingen, die zusammenpassen.

Jemand weiß, was er sagen möchte. Der Aufbau führt verständlich dorthin. Die Sprache passt zur Person. Die Stimme trägt. Der Körper unterstützt die Aussage. Das Publikum wird wahrgenommen. Und wenn eine unerwartete Frage kommt, bricht das ganze System nicht zusammen.

Genau darin liegt für mich die stärkste Verbindung zwischen professioneller Bühnenarbeit und Business-Präsentationen.

Ein gutes Präsentationstraining sollte deshalb langfristig mehr hinterlassen als einen gelungenen Vortrag. Es sollte Werkzeuge verfügbar machen, die Menschen in unterschiedlichen Auftrittssituationen selbst einsetzen können.

Genau auf diesem ganzheitlichen Ansatz beruht das Präsentations- und Pitchtraining von econoyou: Ziel und Publikum, Storyline und Dramaturgie, Sprache und Stimme, Körpersprache und Präsenz, Q&A, Lampenfieber und die konkrete Wirkung im Raum werden miteinander verbunden. (econoyou)

Denn am Ende geht es weniger darum, eine perfekte Präsentation abzuliefern.

Es geht darum, zu wissen, wie man Menschen erreicht, wenn man etwas zu sagen hat.

Diese Positionierung halte ich für deutlich stärker. Sie schafft für econoyou außerdem einen größeren Markt: nicht „Wir machen Deinen nächsten Pitch besser“, sondern „Wir entwickeln Deine Fähigkeit, professionell aufzutreten und zu präsentieren“ – und Pitchtraining ist eine der anspruchsvollsten Anwendungen davon.

Stand der redaktionellen Auswahl: August 2026.

Einladung

GD nach Gewalterfahrung. Save the Date

Am Freitag, 10. Juli 2026, werde ich den Gottesdienst „Auf Gott hoffen“ in der Marienkirche Reutlingen musikalisch mitgestalten.

Das Thema dieses Abends berührt mich sehr. Es geht um Gewalterfahrungen, um Vertrauen, um Glauben, um Geborgenheit in Gott – und um einen Raum, in dem Menschen mit dem da sein dürfen, was sie erlebt haben und was sie suchen.

Als Musikerin setze ich mich jeden Tag damit auseinander, was Musik vermittelt, was sie mit uns macht und wie sie wirkt. Musik kann sammeln. Sie kann halten. Sie kann einen Gedanken vertiefen, Stille tragen, vorsichtig öffnen.

Gerade deshalb bin ich dankbar, diesen Raum mit schaffen zu dürfen.

Mein Dank gilt den Organisatorinnen und Organisatoren und der Arbeitsgruppe „Gottesdienst und sexualisierte Gewalt“ der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sie geben einem schweren und wichtigen Thema einen würdigen Ort – für betroffene, solidarische und interessierte Menschen.

Musik trägt immer eine Botschaft. Für mich gehört dazu Verantwortung: aufmerksam zu sein, behutsam zu gestalten und mit der Musik dort präsent zu werden, wo Menschen Halt, Resonanz und Würde brauchen.

„Auf Gott hoffen“
Ein Gottesdienst nach Gewalterfahrungen
Freitag, 10. Juli 2026
19.00–20.15 Uhr
Marienkirche Reutlingen

„Auf Gott hoffen“ – Musik für einen Raum der Heilung

GD nach Gewalterfahrung. Save the Date
Ich darf diesen besonderen Gottesdienst musikalisch umrahmen – und bin dankbar, mit meiner Musik Teil eines so sensiblen und wichtigen Moments zu sein.
Es ist der zweite Gottesdienst dieser Art, gestaltet für Menschen nach Gewalterfahrungen, für Solidarische und Interessierte.

Was mich tief berührt:
Hier bekommen Menschen Raum – um gesehen zu werden, um auszusprechen, was oft unaussprechlich bleibt.
Um (an)zuklagen, zu teilen, sich zu zeigen, Mut zu geben und Mut zu finden.
Musik kann in solchen Momenten etwas tragen, wo Worte schwer fallen.

Dieser Gottesdienst öffnet einen geschützten Raum für die Suche nach Vertrauen, Glauben und Geborgenheit in Gott– auch dort, wo das Vertrauen erschüttert wurde.

🕊️ „Auf Gott hoffen“
📅 Freitag, 10. Juli 2026 | 19.00–20.15 Uhr
📍 Marienkirche Reutlingen

Ein Angebot der Arbeitsgruppe „Gottesdienst und sexualisierte Gewalt“
der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Was wäre, wenn … aus einer Konzertlesung etwas Größeres wird?

Was wäre, wenn ...?

Aus der Konzertlesung Was wäre, wenn Weihnachten…? ist in den vergangenen Jahren etwas entstanden, das über den ursprünglichen Anlass hinausweist. Aus einem Abend, aus einer künstlerischen Form, aus einer bestimmten Fragestellung wurde nach und nach ein offenerer Raum des Nachdenkens: Was wäre, wenn …?

Mich beschäftigt daran vor allem, dass diese Frage weit über einen einzelnen Moment im Jahr hinausreicht. Sie berührt etwas, das uns im Alltag fortwährend begegnet und doch leicht entgeht: die feinen Verschiebungen in der Wahrnehmung. Die kleinen Missverständnisse. Die vorschnellen Zuschreibungen. Die Augenblicke, in denen wir meinen, einen Menschen bereits verstanden zu haben, obwohl wir in Wahrheit nur seinen ersten Eindruck gelesen haben. Oder unseren eigenen.

Gemeinsam mit Felix Weise und Elke Bürger tausche ich mich in diesem Projekt über genau diese Dinge aus. Über das, was im Alltag oft übersehen wird. Über das, was zwischen den Zeilen liegt. Über das, was Menschen in einen Raum mitbringen, lange bevor sie ein Wort sagen. Und über das, woraus Kunst überhaupt entsteht: aus Aufmerksamkeit, aus Erfahrung, aus Reibung, aus der Bereitschaft, genauer hinzusehen.

Ein wesentliches Thema ist für mich dabei die Wahrnehmung. Wie nehmen wir einander wahr? Wie lesen wir Blicke, Stimmen, Gesten, Pausen? Was geschieht in dem kurzen Augenblick zwischen Reiz und Reaktion? Und wie verändert sich Kommunikation, sobald wir einem Menschen nicht nur seine Oberfläche, sondern auch seine mögliche Vorgeschichte zutrauen?

Diese Fragen interessieren mich künstlerisch wie menschlich. Denn Wahrnehmung ist niemals neutral. Sie ist geprägt von Erfahrung, von Erwartung, von Empfindlichkeit, von Erinnerung. Wir hören nie nur den anderen. Wir hören immer auch etwas von uns selbst mit. Gerade deshalb braucht Verständigung eine Form von Genauigkeit, die über das Offensichtliche hinausgeht.

Vielleicht ist das auch einer der Gründe, weshalb Musik für mich so eng mit diesem Thema verbunden ist. Musik funktioniert nur in Kommunikation. Zwischen den Instrumenten. Zwischen den Menschen, die sie spielen. Zwischen Atem und Einsatz, zwischen Impuls und Antwort, zwischen Klang und Stille. Ein musikalischer Satz entsteht nicht im Alleingang, sondern in Beziehung. Er lebt davon, dass gehört wird, reagiert wird, Raum gegeben wird. Dass man das Eigene behauptet, ohne das Gegenüber zu übergehen.

Dasselbe gilt für die Verbindung von Sprache und Musik. Auch hier geht es um Resonanz, um Timing, um das feine Gespür dafür, wann etwas getragen, wann etwas unterstrichen, wann etwas offen gelassen werden will. Sprache und Klang treten in Beziehung. Sie kommentieren einander nicht bloß, sie verändern einander. Und schließlich entsteht auch mit dem Publikum eine Form von Kommunikation, die sich nicht vollständig erklären lässt. Etwas geschieht auf der Bühne, und etwas antwortet im Raum. Aufmerksamkeit wandert. Spannung verändert sich. Wahrnehmung wird gemeinsam.

Gerade darin liegt für mich die Schönheit dieses Projekts. Was wäre, wenn …? ist kein fertiges Programm, das nur wiederholt werden will. Es ist eine gemeinsame Bewegung des Fragens, Hörens und Wahrnehmens. Eine künstlerische Arbeit, die aus dem Alltag kommt und zugleich über ihn hinausführt. Eine Form, in der sich das Menschliche nicht behauptet, sondern zeigt.

Deshalb freue ich mich sehr, dass wir diesen Weg gemeinsam weitergehen. Weil ich den Eindruck habe, dass in dieser Arbeit etwas aufscheint, das mich seit langem beschäftigt: die Möglichkeit, einander genauer zu begegnen. Mit mehr Aufmerksamkeit. Mit mehr Sensibilität. Und mit der Bereitschaft, das, was zunächst eindeutig scheint, noch einmal anders zu lesen.

✨ „Was wäre, wenn Weihnachten?“ – Konzertlesung zum 4. Advent ✨

Was wäre, wenn Weihnachten...?

Die Adventszeit beginnt mit dem ersten Licht – und mit ihr diese besondere Stimmung, die uns Jahr für Jahr umhüllt. Genau dort setzt unsere musikalische Konzertlesung an: Ein Abend, an dem Worte und Klänge miteinander verwoben werden und gemeinsam Räume öffnen, in denen wir lauschen, erinnern und fühlen dürfen.

Musik begleitet uns wie ein innerer Kompass:
✨ Sie verbindet uns mit Erinnerungen, die plötzlich wieder greifbar werden.
✨ Sie wärmt Orte in uns, die im Alltag oft zu kurz kommen.
✨ Und sie lädt uns ein, für einen Moment still zu werden – oder innerlich zu leuchten.

Gemeinsam mit ausgewählten Texten, Geschichten und Gedanken entsteht so ein Abend, der so vieles ist:
eine Einladung, innezuhalten
eine Einladung, sich berühren zu lassen
eine Einladung, neu auf Mitmenschlichkeit, Begegnungen und das vergangene Jahr zu schauen.

🎄 Musikalische Konzertlesung „Was wäre, wenn Weihnachten?“
📅 4. Advent – Sonntag, 21. Dezember
⏰ 17:00 Uhr
📍 Evans. Auferstehungskirche Stuttgart-Rot

Wir freuen uns sehr, wenn Ihr kommt – und wenn Ihr Menschen einladet, die diesen Abend vielleicht gerade genauso gut gebrauchen können.
Wir freuen uns auf Euch. ✨

Zwischen Bühne und Business – was mir das Gespräch mit Dominik Joelsohn gezeigt hat

Ich wollte immer Musik machen. Keine Buchhaltung, kein Marketing, keine Akquise.
Das alles hatte ich nie gelernt – und ehrlich gesagt: Ich wollte es auch nicht lernen. Ich wollte Akkordeon spielen, Kammermusik machen, aufführen. Punkt.

Doch das Leben als Musikerin zwingt einen früher oder später dazu, genau diese Dinge anzusehen. Weil sie sonst über einen hereinbrechen.

„Kunst braucht Struktur“ – ein Satz, der bleibt

Als Dominik Joelsohn im Interview sagte:

„Kunst ist kein Gegensatz zum Markt. Sie braucht Strukturen, um überhaupt stattfinden zu können.“

… da traf mich das mitten ins Herz.

Ich dachte an meine eigenen Anfänge: an Rechnungen, die ich nicht stellte, weil es sich irgendwie „unmusikalisch“ anfühlte. An Projekte, die scheiterten, weil keiner den Überblick hatte.
Und daran, wie lange ich gebraucht habe, um zu begreifen, dass künstlerische Freiheit nicht heißt, alles andere zu ignorieren, sondern zu wissen, wie der Rest funktioniert.

Heute – nach über zwanzig Jahren in der Musik – merke ich, wie sehr ich mir dieses Wissen früher gewünscht hätte. Im Studium etwa, wo alles um Interpretation, Ausdruck und Technik kreiste, aber nie um Organisation, Sichtbarkeit oder wirtschaftliche Grundlagen.

Business und Kunst – kein Gegensatz, sondern Balance

Ich erinnere mich, wie Dominik über die Unsicherheit vieler Musiker*innen sprach:

„Perfekt spielen reicht nicht. Viele trauen sich nicht, rauszugehen und zu sagen: ‚Hallo, hier bin ich.‘“

Das kenne ich nur zu gut.
Lange dachte ich, Sichtbarkeit mache mich angreifbar oder unecht. Heute sehe ich: Sichtbarkeit macht möglich. Sie ist kein Verrat an der Kunst, sondern ihre Übersetzung nach außen.

Ich musste lernen, dass Selbstvermarktung nichts mit „sich verkaufen“ zu tun hat, sondern mit Selbstbestimmung. Wenn ich weiß, wer ich bin, was meine Musik erzählt, kann ich auch besser entscheiden, wo und wie sie in die Welt soll.

Mehr Freiheit durch Wissen

Früher empfand ich alles rund um Gagen, Steuern und Verträge als Last. Heute gehört es eben dazu.

Vielleicht ist das der eigentliche Reifeprozess einer Musikerin:
von der romantischen Vorstellung „Ich mach nur Musik“
hin zu der gelassenen Erkenntnis „Ich gestalte mein künstlerisches Leben bewusst“.

Mein Fazit

Das Gespräch mit Dominik Joelsohn hat mir wieder gezeigt, dass Kunst und Business keine Feinde sind.
Sie sind zwei Seiten derselben Medaille.

Ich wollte nie Buchhaltung machen – und liebe sie bis heute nicht.
Aber ich weiß jetzt: Wenn ich das Drumherum verstehe, dann habe ich mehr Raum für das, was ich wirklich liebe: Musik.

Und genau darin liegt vielleicht die größte Freiheit,
die man als Künstlerin erreichen kann.

Worte und Musik – Gedanken im Herbst

In letzter Zeit habe ich mich immer wieder mit der Verbindung von Worten und Musik auseinandergesetzt. Beide Künste haben ihre eigene Sprache, aber wenn sie miteinander verschmelzen, entsteht etwas Neues: ein Raum, in dem Geschichten lebendig werden, Gefühle hörbar und Gedanken spürbar.

Ein Beispiel dafür ist der Liederzyklus mit Texten von Ada Christen („Ist die Welt um mich verwandelt“, Hartmut Seidler), den ich gemeinsam mit dem Trio Das Que Dos uraufführen durfte – ein Projekt, das mich lange nach dem Konzert noch begleitet hat. Worte, die aus einer anderen Zeit stammen, fanden in der Musik ihre Entsprechung und eröffneten mir und dem Publikum neue Perspektiven.

Auch „Cabaret“ am Staatstheater Stuttgart lebte von dieser engen Verbindung. Worte und Musik verstärken dort die Botschaft, machen sie unüberhörbar. Und gerade heute, in einer Welt, die so viele klare Botschaften dringend nötig hat, ist diese Kunstform ein starkes Signal.

Sehr nah ist mir im Moment auch das Programm „TodGlücklich“, mit dem ich in den vergangenen drei Jahren unterwegs war und das auch in diesem Herbst wieder aufgeführt wird. Es zeigt mir immer wieder, wie behutsam, aber auch wie kraftvoll sich existenzielle Themen mit künstlerischen Mitteln erschließen lassen.

Und schließlich ist da die Konzertlesung „Was wäre, wenn Weihnachten… ?“. Schon seit Ende August türmen sich die Lebkuchen in den Supermärkten. Deshalb denke ich, es ist okay, wenn ich jetzt im Oktober meine Gedanken dazu mit Euch teile. Denn bald beginnen die Proben dazu und so wirft die Weihnachtszeit schon ihren Schatten voraus. Dieses Programm mit dem Radiopfarrer Felix Weise beschäftigt sich mit menschlichen Wegen und Umwegen – und ich finde genau das so spannend. Denn eigentlich ist jeder Lebensweg ein Umweg. Nie verläuft er gerade, und oft führen gerade die schwierigen oder schmerzhaften Stationen zum nächsten Schritt, den es ohne sie nie gegeben hätte.

Es bleibt die Frage: Hätte manches einfacher sein dürfen? Hätte man sich manches sparen können? Vielleicht. Aber vielleicht war es genau so notwendig, damit wir heute dort stehen, wo wir stehen.

Mit diesen Gedanken beschäftige ich mich besonders in der Weihnachtszeit. Sie richtet den Blick auf die Menschen, mit denen wir unser Leben teilen, auf Erlebnisse und Erfahrungen, auf gemeinsame Momente. Auf das, was wir geschafft und (üb)erlebt haben. Sie schärft unseren Blick auch für andere: Wie wir Menschen wahrnehmen, wie wir mit ihnen umgehen und wie viel zutiefst Menschliches hinter jedem Verhalten steckt – auch hinter dem, was wir zunächst als negativ empfinden.

Wenn wir bereit sind, genauer hinzusehen, verändert sich unsere Bewertung. Und vielleicht ist es genau diese Sensibilität, die sich die Kunst und die Musik immer wieder bewahren und uns schenken können.

Darum freue ich mich sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit der Konzertlesung unterwegs sein werden. Die Proben haben bereits begonnen – und während wir die Texte, Klänge und Bilder erneut miteinander verweben, wollte ich diese Gedanken einfach mit Euch teilen.

Mehr zu den einzelnen Veranstaltungen folgt bald.